Sprach- oder Schreibtipp der Woche (3. Woche 2000,
17.–23. Januar)

Der Strich – von kurz bis extralang





  
  
  
  



  
  
  
  



  
  
  
  
  



  
  
  
  
  



  
  
  
  
  



  
  
  

In unserer Druckschrift kommen kurze und lange waagerechte Striche vor. Eusebius, der Sprachästhet, klagt zu Recht, leider finde man jetzt oft kurze Striche, wo lange hingehören.

Der kurze Strich (Divis) kommt nur als Bindestrich und als Trennungsstrich vor.
Als Bindestrich: Online-Reiseangebot, ISDN-Anschluss, saft- und kraftlos, Hallenein- und -ausgang.
Als Trennungsstrich zur Worttrennung am Zeilenende: Bäcke-rei, Zu-cker, Verdiens-te.

Der lange Strich kann unterschiedlichen Zwecken dienen. Er tritt als Gedankenstrich, als „gegen”-Strich, als „bis”-Strich, als Minuszeichen und als Streckenstrich auf.

Als Gedankenstrich hält der lange Strich je eine Leertaste (einen ganzen Zwischenraum) Abstand zum vorausgehenden und zum folgenden Text: Sie versprechen Strom zum Schleuderpreis – doch das Kleingedruckte ernüchtert.

Die übrigen langen Striche nehmen wir uns am nächsten Montag vor.

Die Computertastaturen bieten oft den langen Strich gar nicht an. Man kann sich aber z. B. bei Word 97 einen Strich passender Länge über Einfügen/Sonderzeichen/Auswahl 1 suchen und ihn über Shortcut auf eine freie Tastenkombination, z. B. auf Alt + G legen, sodass man ihn immer zur Hand hat.

Es gibt auch noch einen sehr langen Strich bei ganzen Mark-Beträgen. Er steht für 00 Pfennig, also für zwei Stellen: 24,— DM. Statt des sehr langen Strichs wird bei Preisangaben aber üblicherweise der Gedankenstrich verwendet: 24,– DM. Falsch ist die häufig in Angeboten zu sehende Schreibung mit dem kurzen Strich: 24,- DM; Sprachästhet Eusebius kauft dort prinzipiell nicht ein.

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