Sprach- oder Schreibtipp der Woche (22. Woche 2000,
29. Mai bis 4. Juni)

(In der folgenden Geschichte ist seit den ab 1. 8. 2006 gültigen Rechtschreibänderungen nichts mehr richtig, nicht einmal die Überschrift. Die im Text genannte Regel gibt es nicht mehr. Ergeben Adjektiv + Verb einen anderen Sinn als ihre beiden Bestandteile, werden sie jetzt wieder zusammenegschrieben (also z. B. Eis flüssig machen, aber Geld flüssigmachen.)

Richtig gestellt





  
  
  
  



  
  
  
  



  
  
  
  
  



  
  
  
  
  



  
  
  
  
  



  
  
  

„Du solltest dir mal einen Computer zulegen. Kannst du die paar Tausender nicht flüssig machen?”, fragt Eusebius. Aber Kuno sagt nur: „Ich kann gar nichts flüssig machen, außer vielleicht das Speiseeis, wenn ich’s aus dem Kühlschrank hole. Aber du wirst mir gleich sagen, dass sich flüssig machen beim Eis ganz anders schreibt.”

„Diese Vermutung muss ich richtig stellen: Eis flüssig machen, also auftauen, und Geld flüssig machen schreibt man jetzt gleich, genau wie: die Uhr richtig stellen und eine Behauptung richtig stellen, nämlich stets getrennt.” – „Das klingt schon besser als dein Computer-Rat. Und wie heißt die Regel?”, fragt Kuno. – „Adjektive auf -ig, -lich, -isch werden vom folgenden Verb getrennt geschrieben”, erklärt Eusebius. – „Ist ja einfach”, sagt Kuno. „Also: Vielleicht kann ich etwas flüssig machen, wenn Eichel seine Steuerreform fertig gestellt und mir etwas mehr übrig gelassen hat – alles getrennt?” – „Ja”, bestätigt der Sprachmeister, „ich kenn das Elend, hab ja auch Steuerklasse I. Aber keiner wird uns dereinst als Märtyrer selig sprechen.”

„Ich finde, dass Eichel sehr heimlich tut, wenn es darum geht, wie viel Mark genau denn für uns übrig bleiben”, bemerkt Kuno. – „Stimmt genau”, sagt Eusebius, „aber wenn Eichel es fertig brächte, dass jeder in ein paar Monaten genug für einen Computer übrig behält, müsste das zu einem Wirtschaftsboom führen.” – Kuno aber fügt hinzu: „Und Eichel hätte noch viel mehr Steuern, die er senken könnte.”

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